Offener Brief an die Anne-Frank-Schule in Düsseldorf

Im Kopftuchstreit der Düsseldorfer Anne-Frank-Schule hat eines unserer Mitglieder folgendes Schreiben an die Schulverwaltung (rs.ackerstr@stadt.duesseldorf.de) geschickt:

Sehr geehrte Damen und Herren,

mit Entsetzen verfolge ich die Reaktionen auf Ihr Kopftuchverbot an der Anne-Frank-Schule. Eigentlich sollte man ja meinen, ein solches Verbot sei nicht nur common sense, sondern gerade an einer Schule mit diesem Namen selbstverständlich. Man bedenke, dass eine Schule in islamischen Gebieten nicht einmal den Namen einer Jüdin tragen dürfte.

Es ist überhaupt nicht nachzuvollziehen, dass nun ausgerechnet jene, die die Verfassung Deutschlands während der Beerdigung der Demokratie in Köln dieses Jahr mit Füßen getreten haben, auf die Verfassung pochen und eine angebliche Unrechtmäßigkeit dieser Hausordnung proklamieren.

Die Islamisierung Europas, für die der Begriff „schleichend“ mittlerweile schon nicht mehr ausreicht, ist eine Bedrohung der freiheitlichen Kultur, die unsere Ahnen sich mühsam und teils blutig erkämpft haben, auch und gerade gegen die Türken, die im Kopftuchstreit wiederum an vorderster Front gegen uns kämpfen. Das Kopftuch sollte gerade in den Augen von Frauenrechtlern und Kämpfern für Menschenrechte ein Dorn sein, ist es doch nur eines von vielen aggressiven Signalen einer Ideologie, die eben jene Rechte seit jeher bekämpft.

Die Verbände, die nun einmal mehr auf das gelernte Wort „Toleranz“ pochen und „Diskriminierung“ schreien, ausgerechnet jene also, die außer Intoleranz allen Andersdenkenden gegenüber nichts anzubieten haben und das weltweit täglich und opferstark beweisen, sind im Unrecht und müssen sich fügen. Alles andere wäre nur ein neuerlicher stiller Skandal. Still, weil die Geister, die von den 68ern gerufen worden waren, nun in den Redaktionen der großen Medien sitzen und feige alle faulen Früchte ihrer Saat unter den Tisch fallen lassen – weil es leichter ist, mit den Wölfen zu heulen, und mögen es auch graue sein.

Helfen Sie mit, unsere Werte zu erhalten und setzen Sie Zeichen für die Rechte der Frau und gegen eine faschistische Ideologie. Wir brauchen den Islam nicht. Wir zahlen einen hohen Preis für unsere „Toleranz“ und erhalten nichts im Gegenzug. Stehen Sie dafür ein, dass unser schönes Land frei und sicher bleibt, anstatt es in immer absurderen, politisch suizidalen Handlungen zu begraben.

Bleiben Sie beim NEIN zum Kopftuch!

Mit herzlichen Grüßen
(Name bekannt und entfernt)

Den Elternbrief, der die Diskussion auslöste, wurde mittlerweile vom Schulserver entfernt. Dort hieß es unter anderem:

Ein weiteres Vorhaben des neuen Schuljahres ist eine Überarbeitung der Hausordnung, deren Bestimmungen und Inhalte an die veränderte Schulwirklichkeit angepasst werden müssen. Zu gegebenem Anlass werde ich Sie über die Änderungen informieren, die natürlich von den Mitwirkungsgremien der Eltern und Schüler ebenfalls verabschiedet werden müssen. Schon jetzt möchte ich aber auf zwei Bestimmungen der Hausordnung hinweisen, die bereits gelten und auch in die veränderte Hausordnung übernommen werden.

a) Die Benutzung von MP3-Playern und Handys auf dem Schulgelände und im Gebäude ist untersagt. […]

b) Wir sind eine Schule mit Schulkleidung, deren Tragen von uns als verbindlich betrachtet wird.

Das Tragen von Kopfbedeckungen während des Unterrichts ist nicht erlaubt. Dies gilt gleichermaßen auch für das Tragen von Kopftüchern aus religiösen Gründen. Wir leben in einem Land, das an christlichen und demokratischen Werten orientiert ist. Das Kopftuch wird von uns als Symbol der Unterdrückung der Frau und fehlender Gleichberechtigung betrachtet. Es widerspricht somit nicht nur den entsprechenden Bestimmungen des Grundgesetzes, sondern auch den Werten, die wir unseren Schülerinnen und Schülern vermitteln wollen und die in unserem Schulprogramm verankert sind. Das Tragen von Kopftüchern ist deshalb an unserer Schule unverwünscht.

Wer unbedingt möchte, dass seine Tochter in der Schule ein Kopftuch trägt, sollte sich gut überlegen, ob die Anne-Frank-Realschule die richtige Schule für seine Weltanschauung und seine Tochter ist.

Update: Mittlerweile ist der Originalbrief nicht mehr vom Schulserver abrufbar.

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