Deutschland zerlegt sich

von Hartmut Krauss

Bildquelle: europenews.dk/de

Wie die Debatte um Thilo Sarrazins Buch den Übergang vom politisch stabilen zum instabilen Verfall signalisiert und das vorläufige Ende der postdemokratischen Hegemonie auf einem zentralen Themenfeld markiert.

Die herrschenden Kräfte in Politik, Wirtschaft, Medien, Kirchen, Gewerkschaften, Justiz, Wissenschaft etc. waren und sind relativ „einträchtig“ und koordiniert darum bemüht, das Problem der migrationsbedingten Etablierung und Ausdehnung islamischer Herrschaftskultur in Deutschland „kleinzuarbeiten“ und die diesbezüglichen kritischen Stimmungen innerhalb der Bevölkerung gezielt zu diskreditieren. Die Motivbasis hierfür bildet ein Gemisch aus spezifischen ökonomischen und politischen Gruppeninteressen sowie ein Geflecht aus verqueren ideologischen Ausrichtungen (Kulturrelativismus, Multikulturalismus, postmodern-nihilistischer Neoliberalismus, gutmenschelnder moralischer Narzissmus etc.).

Eine zentrale Rolle spielt in diesem ideologischen Krieg gegen die Mehrheitsmeinung innerhalb der Bevölkerung der Apparat der ideologisch weitgehend gleichgeschalteten Massenmedien. Die Behauptung, es gäbe in spätkapitalistischen Gesellschaften, also unter Bedingungen der Verwandlung von „Meinung“ in Ware und der weitgehenden Monopolisierung von „Öffentlichkeit“ tatsächlich „Demokratie“ und „Meinungsfreiheit“, war immer schon ein leeres und verlogenes Geschwätz. „Meinungsfreiheit“ ohne die Möglichkeit, diese auch chancengleich kundzutun, unterscheidet sich von offener Meinungsunterdrückung im Endeffekt nur durch die noch hinzu kommende zynische Verlogenheit. John Rawls würde angesichts der politisch korrekten und zensierten Meinungsdiktatur einen chronischen Brechreiz bekommen1.

In den vergangenen Wochen ließ und lässt sich die spätkapitalistische Meinungsmanipulation an zwei Gegebenheit studieren:

1) An der Gleichschaltung der Medien zu Brain-washing-Zentralen im Dienste der im Sommer auf Pakistan ausgerichteten Helferindustrie.

2) An der Aufbereitung der neu aufgelegten „Sarrazin-Debatte“.

Wie „funktioniert(e)“ diese Debatte?

A. Zum einen eignet sich Sarrazin aufgrund folgender Eigenschaften ideal als Quotenheld: Er ist ein „Verräter“ aus den Reihen der Staatselite und des politischen Establishments, der zugleich bewusst provozieren will und schlagzeilenträchtige verbale Attacken mit hohem Aufschreipotential auch schon in der jüngeren Vergangenheit produzierte. Damit ist er als ein vorgezeichnetes enfant terrible der herrschenden Klasse ein „gefundenes Fressen“ für die profitorientierte Meinungsindustrie, der es primär auf Absatz und weniger auf Präzision und Qualität der Informationsware ankommt. Spätkapitalistische Massenkommunikation wird nie etwas mit „herrschaftsfreiem Diskurs“ zu tun haben, sondern ist immer nur ein ungleicher Kampf um Hegemonie (womit Gramsci über Habermas – trotz dessen gut gemeintem Normativ – eindeutig die Oberhand behält).

B. Trotz ungleicher Kampfbedingungen kann es passieren, dass die Herrschenden die ideologische „Lufthoheit“ über die Köpfe der Beherrschten verlieren. Und genau das geschieht aktuell nicht nur in Deutschland, sondern auch in anderen europäischen Ländern in Bezug auf das Islamthema. Obwohl zum Beispiel der ARD-Talker Beckmann sich selbst und vier weitere KombattantInnen – darunter eine Nahkämpferin wie die olivgrüne Künast – gegen den in Diskussionen sichtlich limitierten Sarrazin aufbot (wie dereinst Kerner zweieinhalb Pfaffen oder genauer: zwei Kirchenfürsten und Heiner Geissler gegen Richard Dawkins), musste er doch am Ende bekennen, die Zuschauerrückmeldungen hätten ergeben, dass 70 Prozent für Sarrazin und 30 Prozent für die islamservilen Gesundbeter votierten. Welch ein blamables Dilemma.

C. Dennoch ist es ein Segen für die an Hegemonieverlust leidenden Herrschenden, dass es angesichts dieser Einstellungslage so jemanden wie Sarrazin gibt. Denn dieser vertritt überflüssigerweise einen sozialbiologistisch unterlegten Diskurs, der für offen rechtsradikale Kräfte anschlussfähig ist und die entsprechenden kontraproduktiven Trittbrettfahrer anzieht wie das Licht die Motten:

„Herr Sarrazin hat klar zum Ausdruck gebracht, dass er nicht Fremder im eigenen Land werden will und hat damit die Politik der NPD seit 40 Jahren bestätigt und ich freue mich, dass er sich traut, das auszusprechen.“ Für den Fall, dass Sarrazin aus der SPD ausgeschlossen werde oder austrete, machte der NPD-Vorsitzende Voigt dem abgefundenen Bundesbank-Vorstand ein Angebot: „Es würde mich freuen, wenn er als Berater dem NPD-Parteivorstand zur Verfügung stünde oder gar als Ausländerrückführungs-Beauftragter der NPD fungiert.“

Damit erfüllt Sarrazin genau die Funktion, die der vorherrschenden Verharmlosungselite noch bleibt: Möglichst viel Material zusammenklauben, um Islamkritik per se als „rassistisch“, „fremdenfeindlich“, „islamophob“ zu verleumden und damit „Abschreckung“ zu erzeugen. Die Verbindung des medial „hochgepushten“ Sarrazin zur NPD – vermittelt über einen partiell defekten Diskurs – ist dafür hervorragend geeignet. So lässt sich auch vortrefflich verdrängen, dass in Deutschland bereits jetzt schon auf einen NPDler fünf Islamisten kommen und die „Bereicherung“ Deutschlands mit zugewanderten religiösen Reaktionären, islamischen Rechtskonservativen und islamistischen Rechtsextremisten passiv erduldet wird.

Die aktuell immer noch anhaltenden Auseinandersetzungen um Sarrazins Buch „Deutschland schafft sich ab“ hatten zunächst auch den regressiven Effekt, die „Islam-Debatte“ noch weiter zu desorientieren und auf das Glatteis einer anrüchigen Diskussion um Erbbiologie, Genetik und Intelligenzforschung zu schieben. In einem Interview mit der „Welt am Sonntag“ hatte Sarrazin auf die Frage „Gibt es auch eine genetische Identität?“ geantwortet: „Alle Juden teilen ein bestimmtes Gen, Basken haben bestimmte Gene, die sie von anderen unterscheiden.“ Damit hatte er einen ideologischen Enterhaken frei Haus geliefert, die es der politisch korrekten Medienmeute sehr leicht machte, die Debatte von der integrationswidrigen Bewusstseins-, Verhaltens- und soziokulturellen Tradierungsstruktur orthodox-islamisch sozialisierter Zuwanderer auf die Ebene der Vererbungslehre und Eugenik zu verlagern und das reichlich gedüngte Feld des „Rassismus“-Vorwurfs zu abzuernten.

Auf diese Weise konnte vorübergehend vom Wesentlichen abgelenkt werden, nämlich von der kritisch-analytischen Auseinandersetzung mit den weltanschaulich-normativen Grundinhalten des Islam und den durch sie bedingten bewusstseinsverzerrenden und verhaltensdeformierenden Effekten. Nicht irgendwelche „Gene“, sondern genau diese sozialisationswirksamen Inhalte sind es, die aufgrund ihrer ausgeprägten Menschenrechtswidrigkeit und Unvereinbarkeit mit den Grundprinzipien der kulturellen Moderne ein enormes integrationsbehinderndes bis -feindliches Potential in sich bergen und entfalten.

Als wesentliches Resultat der intensiv geführten Debatte ist festzuhalten, dass die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung – trotz der umfassenden Medienkampagne und trotz der massiven Ausgrenzgrenzungsrepression seitens der politischen Klasse (Erzwingung des Rücktritts vom Posten des Bundesbankvorstands mit Beihilfe des Bundespräsidenten; Ausschlussverfahren aus der SPD) – Sarrazins Problemaufriss bezüglich des Scheiterns der Integration einer großen Zahl von muslimischen Zuwanderern (vor dem Hintergrund von gravierenden demographischer Veränderungsprozessen) unbeeindruckt unterstützte. Damit ist ein bislang nicht gekannter gesellschaftspolitischer Gegensatz zwischen politischer Klasse/Medien einerseits und Bevölkerungsmehrheit/blockiertem demokratischen Souverän anderseits offenkundig geworden: Ein Antagonismus, der ein hohes Maß an zukünftigen politischen Sprengstoff in sich birgt.

Wie das ZDF-Politbarometer vom 10. September mitteilte, waren 56 Prozent der Befragten der Meinung, dass Sarrazin mit seiner Kritik Recht habe. „28 Prozent verneinen das (weiß nicht 16 Prozent). Diese Einschätzung wird in fast allen Parteianhängergruppen mehrheitlich geteilt, lediglich bei den Anhängern der Grünen halten sich Zustimmung und Ablehnung die Waage. Unabhängig von der politischen Couleur beklagt die Mehrheit ein schlechtes Miteinander von Deutschen und Ausländern: Für insgesamt 57 Prozent funktioniert das Zusammenleben von Deutschen und Zuwanderern bei uns weniger gut (47 Prozent) oder gar nicht gut (10 Prozent), für zusammen 40 Prozent jedoch gut (38 Prozent) oder sehr gut (2 Prozent). Dabei meinen 38 Prozent, dass für die Integration von ausländischen Mitbürgern bei uns zu wenig getan werde, 34 Prozent halten es für gerade richtig und 21 Prozent glauben, es werde zu viel getan (weiß nicht: 7 Prozent). Von einem mangelnden Integrationswillen der in Deutschland lebenden Ausländer gehen 68 Prozent der Befragten aus, lediglich 24 Prozent glauben, dass die meisten Ausländer genug für ihre Eingliederung tun (weiß nicht: 8 Prozent).“2

Trotz intensivster proislamischer Dauerberieselung lehnten nach einer Umfrage des Marktforschungsinstituts YouGov im Auftrag der “Bild”-Zeitung 66 Prozent der Befragten die Aussage von Bundespräsident Wulff ab „Der Islam gehört zu Deutschland“. Unterstützung erhielt das Staatsoberhaupt lediglich von 24 Prozent der Befragten. Neun Prozent hatten keine Meinung. Besonders ausgeprägt ist die Ablehnung bei Anhängern von CDU/CSU und FDP, aber auch bei Sympathisanten der Linkspartei3.

Diese mehrheitliche Gegenposition zur staatsoffiziellen Schönfärbung, Verharmlosung, Hofierung und Legitimierung einer menschen- und grundrechtswidrigen religiösen Herrschaftskultur ist zudem fest eingebettet in die tiefe Krise des parlamentarischen Repräsentationssystems, wie es insbesondere die große Zahl von Nichtwählern bei der letzten Bundestagswahl vor einem Jahr angezeigt hat. „18,1 Millionen Nichtwähler sind beinahe doppelt so stark wie die Wähler der SPD (10 Millionen) und zwei Millionen stärker als FDP (6,3 Millionen), Linkspartei (5,2 Millionen) und Grüne (4,6 Millionen) zusammen. (So viel zum Gewicht der „wahren“ Opposition.) Auch die CDU als stärkste Partei landet mit ihren 14,7 Millionen Wählern abgeschlagen hinter den Nichtwählern. Zusammengerechnet ist die schwarz-gelbe Wählerklientel mit 21 Millionen zwar (noch) stärker als die Gruppe der Nichtwähler, aber die Kanzlerin wird ohne die Unterstützung von zwei Dritteln der Wahlberechtigten regieren.“4

Thilo Sarrazins Buch „Deutschland schafft sich ab“ ist über weite Strecken – unabhängig von seinen fragwürdigen und stellenweise absolut inakzeptablen Passagen über Genetik, Eugenik und Intelligenzforschung – eine empirisch- statistische Belegstudie für jene plakative These, die Gunnar Heinsohn vor einiger Zeit im „Philosophischen Quartett“ aussprach: „Wir (die Bevölkerung Deutschlands) werden immer älter, immer weniger und immer dümmer.“ Dem wäre von unserer Seite noch mit Nachdruck hinzuzufügen: Wir werden nicht nur älter, weniger und dümmer, sondern obendrein auch immer reaktionärer. Ein wesentlicher Ausdruck hierfür ist nicht nur die Festsetzung, erweiterte Reproduktion und sozialstaatliche Alimentierung repressiv-antiemanzipatorischer Sozialmilieus, in denen integrationswidrige orthodox-islamische Normen und Verhaltensregeln sozialisiert und tradiert werden und die nachhaltig dazu beitragen, dass geistig-moralische Niveau zu senken. Hinzu kommt die staatliche Förderung der islamischen Herrschaftskultur (Islamkonferenz, Islamunterricht, steuerfinanzierte Imamausbildung, privatrechtliche Anwendung der Scharia etc.) auf der Grundlage des anachronistischen und erzreaktionären deutschen Staatskirchenrechts, was die Begehrlichkeiten der Islamverbände erst so richtig entfacht. Darüber hinaus zeigt sich diese dekadent-reaktionäre Dummheit in der überwiegend islamophilen Propaganda und „Diffamierungskultur“ der Medien und der hinter ihnen stehenden politischen Klasse. Auch der scheinbar schizophrene Spagat der CDU/CSU, einerseits als regierungsamtlicher Schrittmacher der wachsenden Islamisierung zu fungieren und gleichzeitig einen generellen „Zuwanderungsstopp aus fremden Kulturkreisen“ (Seehofer) zu fordern, ist ein Beleg dafür, das auf der Grundlage christlich-konservativer Politik gleichzeitig mit beidem zu rechnen ist: Religiöse Kumpanei mit dem Islam und pauschale Fremdenfeindlichkeit, die auch vor islamgeschädigten, demokratisch-oppositionellen Zuwanderern aus dem muslimischen Herrschaftsgebiet nicht halt macht.

Gänzlich verfehlt ist es allerdings, islamkritische Einstellungen per se mit Fremdenfeindlichkeit/Rassismus gleichzusetzen, willkürlich als (unbegründet-irrationale) „Islamfeindlichkeit“ zu klassifizieren und dieses fragwürdige Konstrukt dann als Ausdruck „rechtsextremer Einstellungen“ zu setzten. Dabei wird völlig ausgeblendet, dass orthodox-islamische Ideologeme, Normen, Lebensregeln und Einstellungen selbst Inhalt und Ausdruck eines zutiefst irrationalen, autoritären, patriarchalischen, menschrechtsfeindlichen und „kulturrassistischen“ Welt-, Gesellschafts- und Menschenbildes sind. Dementsprechend entspringt die kritische Ablehnung gegenüber dieser religiösen Weltanschauung und umfassenden Ordnungsideologie einschließlich ihrer aktiv-bekennenden Träger und Reproduzenten in der überwiegenden Mehrzahl der Fälle keinesfalls einem „rechtsextremistischen“, sondern vielmehr einem säkular-demokratischen Überzeugungshintergrund5. Darüber hinaus ist davon auszugehen, dass Diejenigen, die diese diffamierende Fehletikettierung vornehmen, damit oftmals ihre eigenen (pseudolinken) Ressentiments gegen antikulturrelativistische und multikulturalismuskritische Positionen „pflegen“, indem sie diese nun als „rechtsextremistisch“ stigmatisieren. Wenn 58,4% der Befragten in Gesamtdeutschland, 53,9% in Westdeutschland und 75,7% in Ostdeutschland (wo die Zahl der Nichtreligiösen/Konfessionslosen deutlich höher ist) der Aussage zustimmen „Für Muslime in Deutschland sollte die Religionsausübung erheblich eingeschränkt werden“, dann liegen dem unter vielen andern Erfahrungen und Informationen auch folgende Sachverhalte zu Grunde, wie sie jetzt im Kontext der enttabuisierten Debatte über muslimischen Rassismus und Deutschenfeindlichkeit an Schulen mit islamischen Mehrheitsverhältnissen sogar in der FAZ thematisiert werden:

„Wer jetzt schon wieder, wie etwa Berlins Bürgermeister Wowereit, von Übertreibung spricht oder Lehrern aufgibt, gegen diesen Hass und die Frauenverachtung doch endlich anzugehen, sollte….mit betroffenen Lehrern reden. Oder sich eine Freitagspredigt anhören, in der die verschiedenen Arten von Menschen, streng am Koran entlang, vor Hunderten Frommen erläutert werden: Die Guten, die auch ins Paradies kommen, sind die gottesfürchtigen Väter, die darauf achten, dass ihre Töchter nicht vom schlechten Geist der Ungläubigen infiziert werden; die Schlechten, die in ‚Erniedrigung und Unwürdigkeit’ leben –, das sind die ‚Schauspieler, Tänzer, Sänger’ – wird Gottes Strafe treffen, genauso wie die ‚Westlichen’, die kein Glück im Sinne des Islam spüren können. Das sind die seelischen Aufrüstungen, die Familien sich holen, deren Kinder dann in den Schulen die ‚Huren’ und ‚Schlampen’, die ‚Christen’ und ‚Schweinefleischfresser’ jagen.“6

Wer ausschließlich und einseitig nur den deutschen Rechtsextremismus anprangert, aber den relational deutlich überdimensionierten zugewanderten Rechtsextremismus islamischer und türkisch-nationalistischer Prägung ausgeblendet lässt, ist mittlerweile wissenschaftlich indiskutabel und macht sich politisch unglaubwürdig. Während der aktuelle Verfassungschutzbericht 6.800 NPD-Mitglieder und 4.500 DVU-Mitglieder aufführt, gab es Ende 2009 bundesweit 29 aktive islamistische Organisationen. „Das islamistische Personenpotenzial in Deutschland ist mit 36.270 Mitgliedern/Anhängern (2008: 34.720) leicht angestiegen.“ Die „Grauen Wölfe“ werden dabei nicht einmal erwähnt, geschweige denn hinzugerechnet. Dass überdies einheimische Jugendliche signifikant deutlich weniger religiös, autoritär und antisemitisch geprägt und eingestellt sind als muslimische Jugendliche, ist im Übrigen – gerade in der Perspektive der zukunftsbezogenen Rechtsextremismusforschung – als ein sehr wesentliches Datum anzusehen: „Bezogen auf antisemitische Vorurteilsbekundungen äußern junge Muslime mit 15,7% die höchste Zustimmung. Bei den Nichtmuslimen mit Migrationshintergrund liegt diese Quote bei 7,4% und bei den einheimischen Jugendlichen bei 5,4%“ („Muslime in Deutschland“ 2007, S. 275). Zudem verdeutlichen mehrere Studien, dass die Neigung zur Gewalttätigkeit sowie zur aggressiven Beleidigung von Homosexuellen steigt, je höher der Grad der islamischen Religiosität ausfällt.

Das „Aufplatzen“ des Widerspruchs zwischen politischer Klasse/Medien und Bevölkerungsmehrheit, wie es mit dem Erscheinen des Sarrazin-Buches ausgelöst wurde, wird u. a. auch dahingehend „gemanagt“, dass in Meinungsumfragen immer wieder nach dem Potenzial einer Partei rechts von der CDU/CSU gefahndet wird. Damit wird gleichzeitig unausgesprochen suggeriert bzw. „naturalisiert“, dass es links von der CDU/CSU kein Potenzial für eine Partei gibt, die neben andern Themen auch eine „klare islam- und religionskritische Kante“ in deutlicher Abhebung von SPD, GRÜNEN und „Linkspartei“ zeigen und damit eine Alleinstellungsposition erringen könnte. In einer Emnid-Umfrage für das Nachrichtenmagazin FOCUS antworteten im Juli 2010 auf die Frage „Können Sie sich vorstellen, eine bürgerlich-konservative Partei rechts von der CDU zu wählen“ 20 Prozent der Befragten mit ja, 74 mit nein. Sechs Prozent enthielten sich oder machten keine Angabe. Mehr Jüngere als Ältere favorisieren eine solche Partei. Während von den bis zu 30-Jährigen 27 Prozent eine neue Rechtspartei wählen würden, sind es bei den über 65-Jährigen nur 16 Prozent. Nach Parteipräferenz aufgeschlüsselt würden 21 Prozent der CDU/CSU-Anhänger die bürgerlich-konservative Partei rechts von der CDU wählen, 17 Prozent der SPD-Anhänger und 18 Prozent der FDP-Sympathisanten. Nur sechs Prozent der Anhänger von Bündnis 90/Die Grünen, aber 25 Prozent von der Linkspartei würden ihre Stimme einer solchen Rechtspartei geben.

Gesetzt den Fall, Emnid, Infas, Politbarometer o. a. Meinungsforschungsinstitute würden den unterstellten „rechtskonservativen Naturalismus“ beiseite lassen und folgende Frage stellen:

„Können Sie sich vorstellen, eine neue fortschrittlich-demokratische Partei zu wählen, die für die Verteidigung der Menschenrechte, für eine säkular-demokratische Grundordnung,gegen die vorherrschende Duldung der Ausbreitung islamischer Herrschaftskultur und gegen die Kapitaldominanz in allen gesellschaftlich Bereichen in Deutschland eintritt?“

Wie groß wäre dann wohl deren Potenzial? Bei den oben definierten 74 Prozent, bei den 17 Prozent der SPD- Anhänger, bei den sechs Prozent der Grünen-Anhänger und bei den 25 Prozent der Linkspartei-Anhänger (ja, so würde man gerade auch diese Partei „erfrischen“!)?

Bevor sich Deutschland abschafft, könnten also noch ein paar objektiv mögliche Alternativen erprobt werden…

Hartmut Krauss – 20. Oktober 2010

1 John Rawls : Eine Theorie der Gerechtigkeit. „Jedermann soll gleiches Recht auf das umfangreichste System gleicher Grundfreiheiten haben, das mit dem gleichen System für alle anderen verträglich ist.“

2 Politbarometer September I 2010.

4 HINTERGRUND III-2009, S.3.

5 Für die Bestärkung und Stabilisierung dieses Überzeugungshintergrunds liefern Informationen und Nachrichten aus der Innen- und Außenwelt der islamischen Herrschaftskultur tagtäglich vielfältiges Material, gegen das auch die postdemokratisch-islamophile Medienpropaganda letztendlich immer wirkungs- und machtloser ist. Die ideologisch-semantische Entstellung der Realität hat ihre Grenzen – trotz des durchschnittlichen Bildungsverfalls in Deutschland.

6 Regina Mönch: Das Schwiegen der Schulen über Deutschenfeindlichkeit. Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 15. Oktober 2010. http://www.faz.net/s/Rub9B4326FE2669456BAC0CF17E0C7E9105/Doc~EDB3542650E1B469794BFCDBADDB5EA39~ATpl~Ecommon~Scontent.html

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5 Antworten zu Deutschland zerlegt sich

  1. Biker schreibt:

    OT:

    Eine neue „Fjordman“ – Übersetzung ist online:

    Fjordman: Elisabeth Sabaditsch-Wolff – Ziel der westlichen Scharia

  2. Pingback: Hartmut Krauss « SPD Fuhrberg

  3. Jen schreibt:

    Wer sind die Nichtwähler: Ich wohn in einem sozialen Brennpunkt, Wählerbeteilung oft nur noch 20-30%. Aber: die Nichtwähler sind eben oft die bildungsferneren Migranten, teilweise schon eingedeutscht. Diese interessieren sich oft nicht für die Demokratie und das Land hier. Bei der letzten Bundestagspartei fiel mir aber auf, dass in DE bereits mehrere islamische Parteien entstanden sind, der politische Islam also irgendwann auch hoffähiger werden könnte.

  4. Jen schreibt:

    je mehr bildungsfernere Migranten, desto mehr Nichtwähler, also Personen die sich nicht interessieren für Politik. Es sei denn, es gibt irgendwann für sie passendere Parteien.

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